Geschützte geographische Angabe

Wein 

Weine mit geschützter geografischer Angabe

Alle Landweingebiete (frz. Vin de Pays) sind von der EU als geschützte geografische Angaben anerkannt worden. Landweine sind und waren besonders in Frankreich und Italien weit verbreitet. In Frankreich wird ein französischer Vin de Pays d’Oc heute als IGP Pays d’Oc bezeichnet wird. Jedoch kann auch die alte Bezeichnung Vin de Pays weiter verwendet werden. Die IGP-Regionen sind meistens großräumiger als die geschützten Ursprungsbezeichnungen, es dürfen für IGP-Weine auch andere als die für die g.U. zugelassenen Sorten verarbeitet werden. Oft werden die IGP-Weine daher aus international bekannten Sorten gekeltert (Merlot, Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc, Chardonnay).

In Italien war für die Kategorie der Landweine 1992 die Bezeichnung Indicazione Geografica Tipica (IGT) eingeführt worden. Auch diese kann anstelle der Bezeichnung IGP weiter verwendet werden.

Alle geschützten geografischen Angaben sind in der Datenbank E-Bacchus unter der Internetadresse der Europäischen Kommission http://ec.europa.eu/agriculture/markets/wine/e-bacchus/index.cfm?language=DE eingetragen.


Deutsche Weine mit geschützter geografischer Angabe (g.g.A.)


Neben den Qualitätsweinanbaugebieten, in denen Qualitätsweine mit geschützten Ursprungsbezeichnungen erzeugt werden, verfügt Deutschland auch über 26 so genannte Landweingebiete, deren Namen von der Europäischen Union als geschützte geografische Angaben (g.g.A.) anerkannt sind. Das bedeutet, dass in Deutschland alle Weine auf denen ein Landweingebiet steht (z.B. Ahrtaler Landwein, Badischer Landwein oder Landwein Rhein) automatisch Weine mit einer geschützten geografischen Angabe (g.g.A.) – auch wenn weder die Bezeichnung g.g.A. in ausgeschriebener oder abgekürzter Form noch das entsprechende EU-Gütesiegel auf der Flasche steht.

Deutsche Landweine sind typisch für die jeweilige Region und müssen zu mindestens 85% von Weintrauben stammen, die in dem definierten Gebiet geerntet worden sind. Manche Bundesländer schreiben vor, dass die Trauben zu 100 % aus dem Landweingebiet kommen müssen (z.B. Ahrtaler Landwein). Mit Ausnahme der Landweingebiete Rhein, Oberrhein, Rhein-Neckar und Neckar müssen die Weine trocken oder halbtrocken ausgebaut werden.

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Panorama Landwein

Ahrtaler Wein

Die Gemeinden, in denen Ahrtaler Landwein erzeugt werden darf, sind identisch mit denen des Anbaugebietes Ahr. Die Rotweine erinnern an Beerenfrüchte (Blaubeeren), Erdbeeren und Kirschen. Die Weißweine sind zitrusfruchtig und säurefrisch.

Brandenburger Landwein

Zu dieser geschützten geografischen Angabe gehören die Rebflächen in folgenden Landkreisen: Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree, Spree-Neiße und Teltow-Fläming; außerdem die Gemeinden Niederfinow, Müncheberg, Meseberg, Vielitzsee, Werden/Havel, Templin und Prenzlau sowie die kreisfreien Städte Brandenburg/Havel, Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam. Erzeugt werden können Weiß-, Rosé- und Rotweine, die feinfruchtig und sortentypisch ausfallen und trocken oder halbtrocken ausgebaut sind. Die Rotweine könne bei Ausbau im Barrique eine leichte bis deutliche Holznote aufweisen.

Landwein Neckar

Als Landwein Neckar werden vorwiegend Rotweine, aber auch Weißweine und Rosés sowie Rotlinge erzeugt. Sie können trocken, halbtrocken bis lieblich und süß ausgebaut sein. Das Gebiet entspricht dem Anbaugebiet Württemberg, allerdings ohne dessen Rebflächen am Bodensee (siehe Bayerischer Bodensee-Landwein).

Landwein Rhein-Neckar

Die Rebflächen der geografischen Angaben Landwein Rhein-Neckar liegen in den Gemeinden der Anbaugebiete Baden und Württemberg innerhalb des Bundeslandes Baden-Württemberg vom Bodensee bis Tauberfranken. Erzeugt werden dürfen Weiß-, Rot-, Rosé- und Rotlingweine, die in allen Geschmacksrichtungen ausgebaut sein dürfen. Sie sind von fruchtigen, sortentypischen Aromen geprägt.

Mecklenburger Landwein

Mecklenburger Landwein in den Farben Weiß, Rosé und Rot (Geschmacksstufen trocken oder halbtrocken) wird auf Rebflächen der Gemeinde Schönbeck (Ortsteil Rattey) und der Stadt Burg Stargard im Landkreis Mecklenburger Seenplatte erzeugt. Die Weine sind feinfruchtig, säure- und gerbstoffbetont, jedoch harmonisch. Zugelassen sind die Sorten Ortega, Phoenix, Huxelrebe, Müller-Thurgau und Elbling, außerdem Regent, Blauer Portugieser und Blauer Spätburgunder.

Pfälzer Landwein

Pfälzer Landwein kann auf den Rebflächen im Anbaugebiet Pfalz erzeugt werden. Er weist die gleichen organoleptischen Eigenschaften wie dessen Weine auf. Es werden Weiß-, Rosé und Rotweine der Geschmacksstufen trocken oder halbtrocken erzeugt. Das Mindestmostgewicht liegt bei 50 Grad Oechsle.

Rheingauer Landwein

Wein mit der geografischen Angabe Rheingauer Landwein wird auf den Rebflächen des Anbaugebiets Rheingau erzeugt, und zwar hauptsächlich aus Riesling und Spätburgunder. Daher weisen sie deren sortentypische Merkmale auf und zeichnen sich durch eine gute Mineralität und eingebundene Säurestruktur aus. Sie sind in den Geschmacksstufen trocken bis halbtrocken ausgebaut. Das Mindestmostgewicht liegt bei 53 Grad Oechsle.

Sächsischer Landwein

Als Sächsische Landweine werden (vorwiegend weiße) Weine der Geschmacksstufen trocken bis halbtrocken bezeichnet, die aus Rebflächen stammen, die zugleich zum Anbaugebiet Sachsen gehören (einschließlich Splitterflächen in den benachbarten Bundesländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg). Außerhalb dieser Grenzen zählen so genannte Splitterflächen in bestimmten Gemeinden dazu , die vor dem 1.9.1995 bepflanzt worden sind. Die Weine sind frisch, harmonisch, leicht und mineralisch geprägt.

Starkenburger Landwein

Die für den Starkenburger Landwein zugelassenen Rebflächen decken sich mit denen des Anbaugebietes Hessische Bergstraße. Es werden Weiß-, Rosé und Rotweine erzeugt, die maximal einen Restsüßegehalt von „halbtrocken“ aufweist. Die Weißweine überwiegen. Alle

Badischer Landwein

Badischer Landwein darf auf dem Gebiet des Anbaugebiets Baden erzeugt werden (vom Bodensee bis zur Bergstraße und zum Taubertal). Zu 85 Prozent müssen Trauben aus dem Gebiet verarbeitet werden. Die Rotweine sind fruchtig-würzig und meist recht kräftig, die Weißweine weisen Aromen von Früchten, Blüten und Gewürzen sowie eine milde Säure auf.

Landwein Main

Weißweine, Rosés, Rotweine und Rotling können mit der geografischen Angabe Landwein Main in Gemeinden und Landkreisen der Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken erzeugt werden (deckungsgleich mit g.U. Franken). Charakteristische Merkmale sind hohe Dichte und Fülle, eine abgepufferte Säurestruktur und sortentypische Fruchtigkeit.

Landwein Oberrhein

Diese geografische Angabe gilt für Weiß-, Rosé- und Rotweine sowie Rotlinge, die in allen Geschmacksstufen ausgebaut werden können. Sie entspricht dem Gebiet des Anbaugebietes Baden. Zugelassen sind 28 weiße sowie etwa gleich viele rote Rebsorten. Aufgrund der klimatischen Gegebenheiten werden Rebsorten der Burgunderfamilie besonders intensiv genutzt.

Landwein der Ruwer

Diese geografische Angabe umfasst nur die Rebflächen der Gemeinden Franzenheim, Kasel, Korlingen, Mertesdorf, Morscheid, Riveris, Sommerau, Trier und Waldrach. Erzeugte werden dürfen aus den zugelassenen Rebsorten Weiß-, Rosé- und Rotweine der Geschmacksstufen trocken oder halbtrocken. Sie sind feingliedrig, fruchtig und würzig im Geschmack und haben eine natürliche Mineralität.

Mitteldeutscher Landwein

Weiße, Rosé- und Rotweine der Geschmacksstufen trocken bis halbtrocken können die geografische Angabe Mitteldeutscher Landwein tragen, wenn sie von Rebflächen der Gemeinden und Gemarkungen stammen, die im Anbaugebiet Saale-Unstrut liegen (Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen). Die Weine sind feinfruchtig, sortentypisch, leicht und elegant.

Regensburger Landwein

Die Rebflächen der geografischen Angabe Regensburger Landwein liegen an den Südhängen des Bayerischen Waldes entlang der Donau zwischen Naab und Großer Laaber. Erzeugt werden können Weißweine, Rosé (einschließlich Blanc de Noirs), Rotweine und Rotlinge. Sie sind in der Regel trocken (durchgegoren) und können feingliedrig bis gehaltvoll ausfallen.

Rheinischer Landwein

Die geografische Angabe Rheinischer Landwein gilt für Rebflächen, die zugleich im Anbaugebiet Rheinhessen liegen. Erzeugt werden können Weißweine, Rosés und Rotweine der Geschmacksstufen trocken bis halbtrocken. Das Mindestmostgewicht liegt bei 50 Grad Oechsle. Ein ausgewogenes Süße-Säureverhältnis und die sortentypische Aromatik charakterisieren diese Weine.

Schleswig-Holsteiner Landwein

Die geografische Angabe Schleswig-Holsteiner Landwein bezieht sich auf Rebflächen der Landkreise Nordfriesland (einschl. Sylt), Rendsburg-Eckernförde, Plön und Ostholstein. Aufgrund des atlantisch geprägten Klimas fallen die Weine fruchtbetont und filigran aus, die Säurestruktur ist harmonisch. Erzeugt werden Weiß- und Rotweine sowie etwas Rosé, die in den Geschmacksstufen trocken bis halbtrocken ausgebaut werden können.

Taubertäler Landwein

Taubertäler Landwein wird aus den zugelassenen Rebsorten in den Farben Weiß, Rot, Rosé oder als Rotling erzeugt und ist entweder trocken oder halbtrocken ausgebaut. Die Rebflächen liegen im Taubertal, und zwar in Gemeinden und Gemarkungen der Bundesländers Baden-Württemberg (Main-Tauber-Kreis) und Bayern. Die Rotweine sind kräftig im Geschmack und erinnern an Früchte und Gewürze, die Weißweine sind leicht bis stoffig und haben ein mildes bis spürbares Säuregerüst.

Bayerischer Bodensee-Landwein

Die für Bayerischen Bodensee-Landwein festgelegten Gemarkungen und Gemeinden entsprechen denen des für die geschützte Ursprungsbezeichnung Württemberg definierten Bereichs am Bodensee. Es sind die Gemarkungen Hoyren und Aeschbach der Großen Kreisstadt Lindau sowie die Gemeinden Nonnenhorn und Wasserburg. Die Weiß-, Rosé- und Rotweine sind sortentypisch und haben eine gut eingebundene Säure.

Landwein der Mosel

Das Gebiet für die geografische Angabe Landwein der Mosel ist identisch mit dem Anbaugebiet Mosel. Es liegt größtenteils in Rheinland-Pfalz; im Saarland gehören die Gemeinden bzw. Ortsteile Perl, Oberperl, Nennig und Sehndorf dazu. Die Weiß-, Rosé- und Rotweine dürfen trocken oder halbtrocken ausgebaut sein und sind geschmacklich von den Bodentypen und Rebsorten geprägt.

Landwein Rhein

Die geografische Angabe Landwein Rhein umfasst Rebflächen in den Bundesländern Rheinland-Pfalz (deckungsgleich mit Teilen der Anbaugebiete Mosel, Mittelrhein, Ahr, Nahe, Rheinhessen und Pfalz), Nordrhein-Westfalen (die dortigen Teile des Anbaugebietes Mittelrhein) und Hessen (Anbaugebiete Rheingau und Hessische Bergstraße). Es können Weißweine, Rosé, Rotweine und Rotlinge aus den zugelassenen Rebsorten in allen Geschmacksrichtungen erzeugt werden. In den verschiedenen Bundesländern sind teilweise unterschiedliche Sorten für die Erzeugung von Landwein Rhein zugelassen. Ein Mostgewicht von 50 Grad Oechsle muss jeweils erreicht werden.

Landwein der Saar

Die Rebflächen für die geografische Angabe Landwein der Saar liegen in den Gemeinden Ayl, Irsch, Kanzem, Kastel-Staadt, Konz, Ockfen, Pellingen, Saarburg, Schoden, Seerig, Wawern (Trier-Saarburg) und Witlingen. Aus den zugelassenen Rebsorten können Weiß-, Rosé- und Rotweine bis zur Geschmacksstufe halbtrocken erzeugt werden. Sie sind fruchtig und gehaltvoll bei gut eingebundener Säurestruktur und zeigen den typischen Sortengeschmack.

Nahegauer Landwein

Die geografische Angabe Nahegauer Landwein ist deckungsgleich mit dem Anbaugebiet Nahe, besitzt also die gleichen klimatischen und bodentypischen Eigenarten. Aus den zugelassenen Rebsorten können Weiß-, Rosé- und Rotweine in den Geschmacksstufen trocken bis halbtrocken erzeugt werden. Die Weißweine haben eine gute Säurestruktur und weisen fruchtige, an Apfel und Zitrusfrüchte erinnernde Noten auf. Die Rotweine erinnern an Kirschen, Trockenfrüchte und Blaubeeren.

Rheinburgen-Landwein

Die geografische Angabe Rheinburgen-Landwein bezieht sich auf Rebflächen in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, die sich mit denen des Anbaugebiets Mittelrhein decken. Erzeugt werden trocken oder halbtrocken ausgebaute Weiß-, Rosé- und Rotweine. Die Weißweine haben mineralische Noten und weisen die typischen Primärfruchtaromen auf. Die Rotweine sind feinfruchtig bis körperreich. Je nach Bundesland gelten verschiedene Mindestmostgewichte und können verschiedene Rebsorten zur Erzeugung des Rheinburgen-Landweins zugelassen sein.

Saarländischer Landwein

Saarländischer Landwein wird auf Rebflächen an den Südhängen der Flüsse Blies, Nied und Saar im Bundesland Saarland erzeugt. Die Gemeinden liegen in den Landkreisen Merzig-Wader, Saarlouis, Saar-Pfalz-Kreis, Neunkirchen und St. Wendel sowie im Regionalverband Saarbrücken. Es handelt sich um Weiß-, Rosé- und Rotweine, die in den Geschmacksstufen trocken bis halbtrocken ausgebaut werden. Sie weisen die rebsortentypische Fruchtausprägung und, bedingt durch die kalkreichen Böden, eine frische, harmonische Säurestruktur auf.

Schwäbischer Landwein

Die geografische Angabe Schwäbischer Landwein umfasst Rebflächen, die mit denen des Anbaugebiets Württemberg innerhalb des Bundeslandes Baden-Württemberg identisch sind. Erzeugt werden dürfen aus den zugelassenen Rebsorten Weiß-, Rosé- und Rotweine sowie Rotling. Deren Restsüßegehalt darf den für halbtrockene Weine erlaubten Grenzwert nicht überschreiten. Hauptsächlich werden Rotweine erzeugt, die typische Fruchtnoten sowie einen dezenten bis markanten Tanningehalt aufweisen.